Der Frauenmantel
Frauenmantelkraut, gemahlen

Der Frauenmantel

Gewöhnlicher Frauenmantel

Der „Gewöhnliche Frauenmantel“ (Alchemilla vulgaris) zählt bereits dem Namen nach zu den wichtigsten Frauenkräutern überhaupt. Die krautige, bis zu 30 Zentimeter hohe Pflanze mit ihren feinbehaarten, großen, fächerförmigen und unverwechselbaren Blättern und den unscheinbaren kleinen Blüten zählt zu den Rosengewächsen.

Bereits Plinius der Ältere erwähnte den Frauenmantel im 1. Jahrhundert als Heilpflanze. Den lateinischen Namen „Alchemillae“ trägt sie, weil sie im Mittelalter für alchemistische Versuche so vielversprechend erschien.

Frauenkraut

Die Wassertropfen, die sich über Nacht am Rand der Blätter in den Poren bildeten, glänzten wie das begehrte Edelmetall. Die Volksheilkunde nennt den Frauenmantel bei Beschwerden wie Blutungen, Frauenkrankheiten wieschmerzhafte Menstruationsbeschwerden, Geschwüren, Bauchschmerzen, Nierensteinen, Kopfschmerzen und zur Behandlung von Wunden.

Seit dem Mittelalter findet das ganze Kraut außer der Wurzel in der Heilkunde Verwendung. Es enthält vor allem Gerbstoffe des Ellagitannin-Typs mit der Hauptkomponente Agrimoniin, Bitterstoffe und Flavonoide. Ellagitannine besitzen nachgewiesene antientzündliche Wirkungen und werden außerdem unter anderem zur Neuroprotektion, zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht.

Gerbstoffe

Die ganzen oder geschnittenen, getrockneten oberirdischen Teile werden zur Blütezeit zwischen Mai und August gesammelt. Aufgrund des Gerbstoffgehaltes wird Frauenmantel innerlich bei Magen- und Darmbeschwerden (besonders bei leichten Durchfällen), und äußerlich als Gurgelwasser bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich genutzt. Auf der Haut können Umschläge bei Ekzemen und Hautausschlägen helfen, bei Unterleibserkrankungen wird Frauenmantel häufig als Zusatz zu Sitzbädern verwendet.

Die zusammenziehende Wirkung der Gerbstoffe bewirkt einen Schutz der Schleimhäute und eine leichte Schmerzstillung. Die Wundheilung wird gefördert, Blutungen gestillt und sezernierende Wunden abgetrocknet. Entzündungshemmend und innerlich eingenommen hilfreich gegen Durchfälle wirken übrigens nur kleine Dosen!

Einsatz

Hier verkehrt sich der alte Spruch „viel hilft viel“ ins Gegenteil. Das gilt auch für den Einsatz bei säurebedingten Magenbeschwerden. Gerbstoffe sind gut wasserlöslich, daher genügt zur Anwendung das Überbrühen mit heißem Wasser und ein etwa 10-minütiges ziehen lassen. Will man Frauenmantel zur Behandlung von Durchfällen nutzen, so genügt ein Tee jedoch nicht, da die unteren Darmabschnitte nur schlecht erreicht werden.Um einen Depot-Effekt zu nutzen sollte hier die Pflanze in getrockneter oder pulverisierter Form eingenommen werden.

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